Anleitung

Einführung

Zum Start des Service sind die meisten Funktionen sehr einfach gehalten. Und es wird auch zukünftig immer Wert darauf gelegt werden, sie möglichst einfach zu halten. Weil aber mit dem angebotenen Partizipation-Prozess ganz neue Wege beschritten werden, ist unvermeidlich auch ein Lernprozess bei allen Beteiligten zu erwarten. Es sind alle aufgerufen, dabei nach Möglichkeit mitzuwirken. Und es sollte keinen Zweifel geben, dass sich der Lernaufwand mehr als lohnen wird.

Mitglied werden

Als neu registrierter Nutzer ist man noch in keiner Gruppe Mitglied. Mitglied einer Gruppe kann man werden, indem man selbst eine Gruppe gründet. Man wird dann automatisch erstes Mitglied in der neuen Gruppe. In der Regel aber folgt man einer Einladung in eine bestehende Gruppe. Oder aber man beantragt die Mitgliedschaft bei einer gelisteten, also sichtbaren Gruppe. Im Nutzerkonto unter Mitgliedschaften(Mein Konto > Mitgliedschaften) werden alle Gruppen aufgeführt, in denen man Mitglied ist. Man kann dort in eine Gruppe hinein wechseln. In welcher Gruppe man sich aktuell befindet, sieht man ebenfalls auf der Seite Mitgliedschaften und zusätzlich auf jeder Seite oben, wo der Name der aktuellen Gruppe angezeigt wird. Alle Seiten unterhalb der ersten drei Hauptmenüpunkte Gruppe, Vorschläge und Meine Gruppe zeigen Daten aus der jeweils aktuellen Gruppe an. Wenn man bei nur einer Gruppe Mitglied ist, bleibt stets diese Gruppe ausgewählt.

Eine Gruppe erstellen

Siehe die Angaben im Formular zur Erstellung einer Gruppe.

Vorschläge erstellen

Innerhalb einer Gruppe kann jedes Mitglied beliebig viele Vorschläge erstellen. Dazu sind ein Titel und eine Beschreibung, also ein Vorschlagsinhalt, in das Formular einzugeben und dieses zu speichern. Nach dem Speichern wird der fertige Vorschlag angezeigt. Der Vorschlag ist in der Gruppe bereits sichtbar. Falls man das aber noch nicht möchte, beispielsweise weil die Inhalte erst noch ergänzt werden sollen, kann man den Vorschlag so lange auf inaktiv setzen. Dazu gibt es oben zwei Schalter einen zum Bearbeiten und einen zum Deaktivieren und Aktivieren. Ein inaktiver Vorschlag ist nur für das vorschlagende Mitglied selbst sichtbar, und man kann Titel und Inhalte so oft abändern, wie gewünscht. Bei jeder Bearbeitung muss dabei ein Bearbeitungskommentar eingegeben werden. Einen inaktiven Vorschlag muss man wieder aktiv - also sichtbar - schalten, wenn man möchte, dass er wirkt.

Wählen

In den meisten Fällen hat ein Mitglied innerhalb einer Gruppe genau 100 Stimmen. Diese Stimmen kann es beliebig auf eigene und fremde Vorschläge verteilen. Stimmen auf einen Vorschlag zu setzen, heißt wählen. Mit der Vielzahl an Stimmen ist die Freiheit verbunden, die eigene Stimmkraft nicht immer nur im Ganzen auf eine Wahl setzen zu müssen. Zudem muss man sich beim Verteilen Gedanken machen, welche Vorschläge tatsächlich wichtig sind. Die Zahl 100 ist eine Zahl, mit der man einfach rechnen kann. Man kann auch von Prozenten sprechen. 10 Stimmen wären eher zu wenig und ein höherer Wert erscheint ohne Vorteil. Gewählte Vorschläge lassen sich auch jederzeit wieder abwählen. Das Abwählen entspricht der Natur der Vorschläge, die hier nicht abgestimmt und damit zementiert werden, sondern sich über die Zeit auch inhaltlich weiterentwickeln können. So kann ein Vorschlag realisiert werden, und dürfte dann abgewählt werden, oder aber ein Vorschlag begleitet langfristig ein Projekt, womit auch die Stimmen verbleiben können. Jeder Vorschlag ist hier etwas anders. Das System informiert zwar über Änderungen an gewählten Vorschlägen, aber es ist trotzdem besser, eine aktive Beziehung zum vorschlagenden Mitglied zu haben.
Es gibt dazu drei Sichtbarkeitszustände von Wahlen: geheim, privat und öffentlich. Privat zu wählen, wo die Wahlen nur für das wählende Mitglied selbst und noch für das vorschlagende Mitglied sichtbar sind, entsprechen einem konservativen Standard. Daneben wird die öffentliche Wahl angeboten. Sie ist im Wahl-Formular auch vorbelegt, da eine höhere Transparenz die Informationsprozesse der Gruppe verbessert. Sie entspricht einem progressiven Verhalten. Zuletzt wird noch die geheime Wahl angeboten, wo allein das wählende Mitglied seine eigenen Wahlen sehen kann.
Beispiel:
Ein Mitglied X wählt zuerst mit allen seinen 100 Stimmen den Vorschlag A. Als es einen weiteren interessanten Vorschlag B entdeckt, reduziert es seine Stimmen bei Vorschlag A auf 80 Stimmen. Mit den 20 freien Stimmen wählt es jetzt Vorschlag B. Später macht es einen eigenen Vorschlag C. Hat aber keine Stimmen frei. Es reduziert deshalb die Stimmen bei Vorschlag A auf 50 und wählt seinen eigenen Vorschlag C mit 30 Stimmen. Später wird Vorschlag B umgesetzt. Mitglied X zieht daraufhin seine Stimmen von dort ab und fügt sie dem eigenen Vorschlag C hinzu, indem es diesen mit 50 Stimmen wählt.

Verwurzeln

Ein Vorschlag kann einen anderen Vorschlag unterstützen. Dabei werden die Stimmen des unterstützenden Vorschlags beim unterstützten Vorschlag hinzugezählt. Der unterstützende Vorschlag behält allerdings seine Stimmen. Eine Unterstützung kann wie beim Wählen jederzeit wieder beendet werden. Um die Verbundenheit des unterstützten Vorschlags mit einem unterstützenden Vorschlag zu verdeutlichen, wird das Unterstützen sprachlich "verwurzeln" genannt. Verwurzeln beginnt dort, wo man sinnvollerweise immer nur eigene Vorschläge wählen sollte. Mit eigenen Vorschlägen kann man die eigenen Wünsche inhaltlich besser ausdrücken, als wie sie in den Vorschlägen anderer Mitglieder formuliert sind. Über eigene Vorschläge kann man seine Wünsche, Vorstellungen, Ideen und Überlegungen nicht nur für sich selbst, sondern gleichzeitig auch für andere dokumentieren. Die eigenen Vorschläge wählt man dann und verwurzelt anschließend damit Vorschläge, die man sonst direkt gewählt hätte. Weil umfangreich unterstützte Vorschläge mit der Zeit oft auch vom Inhalt umfangreicher werden, sind die verwurzelnden Vorschläge vom Inhalt vergleichsweise noch spezifischer, und werden deshalb in der Folge eher verwurzelt. So wachsen bildlich gesprochen die Wurzeln immer tiefer in das Substrat der Gruppenmitglieder hinein. Dabei ist es in der Struktur aus Wurzeln so, dass Stimmen bei einer Unterstützung nicht nur auf den unterstützten Vorschlag weitergegeben werden, sondern immer so weiter, wenn der unterstützte Vorschlag seinerseits einen anderen Vorschlag unterstützt. Jede Stimme, die unten an einem Wurzelende hinzukommt, zählt also gleichzeitig auch immer am oberen Ende einer Wurzel. Gleiches, wenn man unten eine Stimme oder eine Unterstützung wegnimmt. Oben und unten sind so maximal gut miteinander verbunden. Verwurzelungen sind immer öffentlich.

Die Prioliste

Die Prioliste ist eine nach Stimmenzahl absteigend geordnete Liste aller aktiven Vorschläge. Der Vorschlag mit den meisten Stimmen steht an erster Stelle. Die Liste ist das Ergebnis des partizipativen Prozesses. Sie kann als Arbeitsgrundlage für weitere Schritte in der Leitung und Verwaltung einer Gruppe verwendet werden. Als Beispiel können auf einer Mitgliederversammlung die Vorschläge in der Reihenfolge der Prio-Liste zur Abstimmung gebracht oder zur Diskussion gestellt werden. Geschäftsführer, Vorstände, alle diejenigen, die mit der Leitung und Verwaltung einer Gruppe befasst sind, können die Prioliste als Informationsquelle und zur eigenen Priorisierung verwenden.
Hinweis: Vorschläge, wo sich die Vorschlagenden aktiv um eine hohe Priorität bemühen, können mit ähnlichen Vorschlägen zusammengefasst sein, um eine höhere Stimmenzahl zu erreichen. Dies reduziert die Anzahl der Vorschläge, die tatsächlich noch beachtet werden müssen.
Vorschläge an den ersten Positionen der Prio-Liste werden in Gruppen mit hoher Aktivität kaum ohne Wurzeln, also der Unterstützung durch andere Vorschläge, zu einer hohen Stimmenzahl gelangen. Die beteiligten Vorschläge sind dabei Diskussionen und einer inhaltlichen Aufarbeitung ausgesetzt. Die Struktur von Unterstützungen bzw. Verwurzelungen ist ebenfalls für Koalitionen verwendbar, wo vom Inhalt ganz unterschiedliche Vorschläge zu einem gemeinsamen neuen Vorschlag zusammengeführt werden können. Die Inhalte von so kombinierten Vorschlägen sind erwartbar bereinigt von Dopplungen, inhaltlichen Widersprüchen und Budgetverletztungen. Im Idealfall können sie beginnend mit der höchsten Priorität direkt so umgesetzt werden. Der partizipative Prozess garantiert dabei sogar, dass sich das Ergebnis nicht nur an einer oder wechselnden Mehrheiten orientiert, sondern zunehmend die Meinung der gesamten Gruppe repräsentiert wird. Das erhöht die Akzeptanz und den Nutzen von darauf aufbauenden Entscheidungen erheblich.

Selbstverwaltung

Bei einer Selbstverwaltung ist das Mitglied Verwalter-in, dessen Vorschlag an der ersten Stelle in der Prioliste der Gruppe steht. Mit dem Zusatz, dass die Anzahl Stimmen eindeutig die höchste Zahl und auch größer Null sein muss. Die Verwaltung durch dieses Mitglied bezieht sich auf die Annahme von Mitgliedseinträgen, das Versenden von Einladungen, dem Ausschluss von Mitgliedern, und es ist Ansprechpartner in der Kommunikation mit 100TEETH. Eine Gruppe, die zuerst durch das gründende Mitglied verwaltet wird, sollte ab einer gewissen Größe und Stabilität in die Selbstverwaltung entlassen werden. Eine Gruppe kann aber auch bereits in der Selbstverwaltung starten.

Sonstige Quellen


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